#03 Nicht Müller, sondern Schäuble plant einen „Marshallplan mit Afrika“

Dem Entwicklungsminister Gerd Müller ist der große mediale Wurf gelungen. Wahrscheinlich liegt das an dem Titel des Programms: “Marshallplan mit Afrika”. Damit werden Assoziationen an gigantische Investitionsprogramme geweckt. Der Begriff erfüllt seinen Zweck, gerade weil er täuscht. Sonst würde sich wohl kaum einer für das interessieren, was eigentlich dahinter steckt: Ein Dialog über das zukünftige Verhältnis zwischen Deutschland, ja, ein bisschen auch zwischen Europa und Afrika. Bereitgestellt wird eine Online-Plattform und Veranstaltungsreihen. Das war’s erst einmal. Ende offen.

Dabei gibt es ein Programm, das einer Investitionsoffensive schon etwas näher kommt: “Compact with Africa”. Dahinter verbirgt sich ein “Angebot einer Investitionspartnerschaft”, wie es Finanzminister Wolfgang Schäuble es formuliert. Das klingt bereits wesentlich dröger. Dabei wird hier jedoch tatsächlich über Gelder diskutiert, die fließen sollen. Genaueres wird unter der deutschen G20-Präsidentschaft entschieden, dessen großes Gipfeltreffen am 7. und 8. Juli in Hamburg stattfindet.

Ein paar Rahmenbedingungen stehen jetzt bereits: Investitionen bekommt, wer an der Partnerschaft teilnimmt und die recht unbeliebten Auflagen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds akzeptiert. Was erklären könnte, weshalb bislang nur die Elfenbeinküste, Marokko, Ruanda, Senegal und Tunesien dabei sind – auch wenn das Programm für alle afrikanischen Länder offen steht.

Ihre Vorstellungen werden Vertreter der Länder in wenigen Tagen, am 17. und 18. März in Baden-Baden vortragen können, wo das Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der G20 stattfindet. Medienrummel wird es geben. Aber die Aufmerksamkeit eines „Marshallplans mit Afrika“ wird Schäubles technokratisch klingendem Projekt sicherlich nicht geschenkt.

Ich arbeite an einem Newsletter über das Verhältnis zwischen Deutschland und Afrika. Dies ist also eine Art Beta-Version. Noch ist offen, ob es ein wöchentlicher Kommentar, eine thematische Medienschau oder ein lose Linkliste wird- und wie sehr ich den Schwerpunkt auf wirtschaftliche Entwicklungen legen werde. Meinungen, anyone?

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