#01 Zu viele der üblichen Ks. Zumindest für den Start.

Lange habe ich mit dem Gedanken gespielt, einen Newsletter über das Verhältnis zwischen Deutschland und Afrika zu starten. Ins Email-Postfach gibt es ihn nun immer noch nicht. Aber hiermit starte ich zumindest schon einmal ein regelmäßiges Update im Blog. Einmal die Woche oder alle zwei Wochen? Mal sehen…

Eigentlich habe ich mir das anders vorgestellt. Der erste Blogpost hätte nicht mit der üblichen K-Berichterstattung – der Kriege, Krisen und Katastrophen – beginnen sollen. Aber aufgrund der Ereignisse der vergangenen Woche führt daran wohl kein Weg vorbei. Denn: UNICEF hat Alarm geschlagen. Das Leben von 1,4 Millionen Kindern sei von einer Hungersnot bedroht. Neben dem Jemen sind vor allem afrikanische Länder betroffen: Nigeria, Somalia und der Südsudan. Länder, die unter kriegerischen Auseinandersetzungen leiden. „Die Katastrophe ist menschengemacht“, ist deshalb auch die Schlussfolgerung, die Bernd Dörries, der neue Afrika-Korrespondent der SZ daraus zieht. Was er allerdings kaum thematisiert: Auch vergleichsweise stabile Länder wie Kenia und Äthiopien haben mit der Dürre zu kämpfen. Und dort ist das Wetterphänomen El Niño der Grund.

Die Bundesregierung hofft, dass Entwicklungsprogramme langfristig derartige Krisen vorbeugen können – und hat bei einer Geberkonferenz in Oslo Hilfen in Höhe von insgesamt 120 Millionen Euro für die Tschadregion zugesagt.

Im Südsudan gibt es zweifelsohne einen Zusammenhang zwischen Krieg und Hunger. Welche Rolle ein weiterer Faktor – die Korruption – dabei spielt, schildert Björn Blaschke ausführlich in einer Weltzeit. Seine Recherchen sind Teil eines Online-Dossiers der ARD. Sie hat ihre Afrika-Korrespondenten die Frage gestellt, wie sich Fluchtursachen bekämpfen lassen. Einfache Antworten liefern sie nicht. Das können sie auch nicht. Zu unterschiedlich sind die Ursachen – und zu kompliziert die Strukturen und Machtgefüge vor Ort. Besonders anschaulich zeigt dies die Reportage Jens Borchers aus dem Niger. Dort versucht die Europäische Union mit 750 Millionen Euro die Routen der Schlepper zu unterbinden.

Westlich von Niger liegt Mali. Bettina Rühl hat das Land für ein Radiofeature bereist. Sie beginnt mit der Perspektive der deutschen Bundeswehr, die dort mit 1300 Soldaten stationiert ist. Erst im Januar hat das deutsche Bundeskabinett die größte und gefährlichste Mission der Bundesrepublik ausgeweitet. Wegen der Verschlechterung der Sicherheitslage bekommen die Soldaten künftig den höheren Auslandszuschlag wie in Kriegsgebieten. Ab März sind übrigens vier neue deutsche Hubschrauber im Einsatz.

Vergangene Woche hat das Bundeskabinett über die Zukunft eines weiteren Einsatzes deutscher Soldaten auf dem afrikanischen Kontinent entschieden: Bis zu 20 Soldaten sollen auch weiterhin die Ausbildungs- und Beratungsmission der EU in Somalia unterstützen. Ein ebenfalls sehr gefährliches Land – zumindest für die Zivilbevölkerung.  Mehr als 34 Menschen sind am 19. Februar durch eine Autobombe ums Leben gekommen.

Herrje, jetzt endet der Newsletter auch noch wie er begonnen hat: mit den üblichen Ks. Dabei gibt es andere Geschichten unseres Nachbarkontinents zuhauf. Sie werden kommen. Versprochen.

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