Samstagslektüre

Warum sollte Journalismus nicht auch als reales Computerspiel daherkommen? Wie ist es möglich, dass die Welt zusieht, wenn auf der Sinai-Halbinsel Menschenhändler foltern? Und warum wissen wir eigentlich nicht, wo genau in Afrika Gabun liegt? – die Perlen der Woche

  • Journalismus sollte sich an der Idee von Computerspielen orientieren. Der Zuschauer in die Geschichte integriert werden. Klingt irgendwie cool. Aber vage. David Dufresne hat genau das umgesetzt und wirft einen in die Stadt Fort McMurray. Man kann entscheiden, ob man lieber die Geschichte der Kellnerin oder die des Obdachlosen hören möchte. Man kann entscheiden, welche Fragen die Bürgermeister beantworten soll und man kann abstimmen, ob Öl stärker besteuert werden soll. Das Doku-Spiel „Fort McMoney“ wirft einen Blick darauf, was Journalismus in Zukunft alles können wird. Expect big things.
  • Der Text ist schon ein paar Monate alt, aber immer noch hochaktuell, erschütternd und lesenswert. „Im Reich des Todes“ ist die Geschichte von ausgebeuteten, gequälten und gefolterten Menschen auf der Sinai-Halbinsel. Afrikanische Migranten, die auf Ihrer Flucht in die Fänge von Menschenhändlern geraten, die sie und ihre Familien erpressen. Im Oktober wurde die Reportage von Michael Obert mit dem „Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus“ ausgezeichnet.
  • In Liberia tobte zwischen 1989 bis 2003 ein Bürgerkrieg. Einer der Täter war der Warlord Butt Naked. 20 000 Menschen sollen durch seine Soldaten getötet, unzählige vergewaltigt und gefoltert worden sein. Heute zieht er als Priester durch das Land und bittet die Opfer um Vergebung. Ehrlich Sühne? Oder Inszenierung? Juristische Konsequenzen jedenfalls muss er keine fürchten: Nur Kriegsverbrechen nach dem Jahr 2002 werden vor dem Internationalen Strafgerichtshof verhandelt.
  • Zuletzt noch eine nette Spielerei: „You don’t know Africa“ – Eine interaktive Karte, in der man seine geographischen Kenntnisse testen kann – und das nicht nur mit Blick auf den afrikanischen Kontinent.

So viele Nachrichten sind in der vergangen Woche an uns vorbeigerauscht. So viele haben wir nur hastig zum Ende gescrollt. Das Wochenende bietet endlich die Zeit, auch lange Stücke zu zu lesen, zu schauen und zu hören. Einmal wöchentlich sammel ich hier meine persönlichen Perlen der Woche.

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