Samstagslektüre: Gefährdet, gestrandet, gerettet

Zwei Beiträge, die doch irgendwie zusammenhängen: Der Fotograf Jimmy Nelson porträtiert bedrohte Kulturen. Ihr Lebensraum ist gefährdet. So wie das Leben vieler Menschen, die keine Chance auf Freiheit in ihren Heimatländern sehen und gen Europa ziehen. Ein italienisches Dorf zeigt, dass sowohl der EU als auch den Flüchtlingen am meisten geholfen ist, wenn man sie mit offenem Armen empfängt – die Perlen der Woche.

  • Die großen Entscheidungen der Einwanderungspolitik werden in Brüssel entschieden. Die Verantwortung lässt sich dorthin aber noch lange nicht abschieben. Riace ist eine weniger als 2000 Einwohner kleine Gemeinde im italienischen Kalibrien. Seit Jahrzehnten belegt das Dorf, dass es eine Alternative zur Festung Europas gibt: Tausende Flüchtlinge haben sie aufgenommen, ein neues zu Hause und Bildung gegeben. Das einst unter der Landflucht leidende Dorf hat davon profitiert. Claus Pirschner hat mit seinem Mikrofon Riace besucht, das auch Wim Wenders einst in einem Film porträtierte. (Zum Radiofeature einmal den Text herunterscrollen)
  • Ich habe meist gemischte Gefühle bei Ethno-Fotographie. Ich befürchte, dass die Bilder traditioneller Kulturen Vorurteile stärken. Dass bei vielen der verzerrte Eindruck hängen bleibt, dass auf anderen Kontinenten die meisten Menschen in exotischen, untechnologisierten Stammesgemeinschaften in Urwäldern und Wüsten leben. Ein verklärtes Bild eines verlorenen Paradieses – das ist die eine Facette meiner Gedanken, als ich mich durch eine Fotostrecke auf ZEIT ONLINE klicke. Doch je länger ich mir danach die surreal-schönen Bilder auf der Homepage des Fotografen Jimmy Nelson ansehe, desto mehr verstehe ich, wie wichtig sie zugleich sind: Sie klären darüber auf, wie gefährdet diese Kulturen sind, dass ihr Lebensraum geschützt werden muss und jemand ihre Geschichten einfangen muss, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Aber macht euch euer eigenes Bild.Und wenn ihr schon einmal in fremde Lebensrealitäten eingetaucht seid, dann könnt ihr auch gleich noch die Geschichte eines New Yorker Sprachforschers hören. New York? Genau, weil in Queens die verschiedensten Menschen der Welt Nachbarn sind.

So viele Nachrichten sind in der vergangen Woche an uns vorbeigerauscht. So viele haben wir nur hastig zum Ende gescrollt. Das Wochenende bietet endlich die Zeit, auch lange Stücke zu zu lesen, zu schauen und zu hören. Einmal wöchentlich sammel ich hier meine persönlichen Perlen der Woche.

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