Einmal in der Woche findet der Markt im Zentrum des Städtchens Nsioni statt
In Marktwirtschaft steckt das Wörtchen Markt. Kein Wunder. So ist auch in Nsioni noch alles Leben auf den Samstag ausgerichtet, wenn die Bauern aus ihren Dörfern in die Stadt pilgern, um ihre Ernte zu verkaufen
Eigentlich ist immer Markt. Manche Stände verkaufen schon unter der Woche Fisch und Erdnüsse. Und die Bauern arbeiten von Montag bis Freitag in den Wäldern mit einem Ziel: ihre Waren am Samstag in der nächsten Stadt zu verkaufen – selbst wenn sie weit entfernt ist. So machen sich schon am Vortag die ersten auf den Weg. Zu Fuß, mit Fahrrädern, Schubkarren oder überladenen Autos schleppen sie ihre Ernte in die Stadt – oft über dutzende Kilometer. Freitag abends kommen die ersten an, campieren in den Gassen rund um den Markt und warten darauf, dass nach und nach die Konkurrenz aufschlägt. Morgens um sechs Uhr sind alle da, Stände werden bestückt, Tücher auf dem Boden ausgebreitet für den Ansturm der Käufer gegen acht Uhr. Dann wird bis zum späten Nachmittag gefeilscht. Danach Rückreise, Sonntag Kirche und ein wenig Ruhe, bevor am Montag wieder alles von vorne beginnt.
Die Erdnuss- und Tomatenverkäuferin kann sich keinen eigenen Stand leisten. Sie breitet ihre Waren auf einem Tuch aus – und misst mit Gläsern à 200 Fr (15 Cent) ab
Viele Kongolesen essen täglich Reis. Trotzdem wird er meistens aus Ländern wie Pakistan importiert – obwohl die Bedingung zum Reisanbau im Land gut sind
Auch das Getreide für das Backen von Brot wird oft importiert. Die klassische Ernte der Landwirte besteht jedoch aus Erdnüssen, Maniok und Mais
Es gibt nicht mehr viele Tiere in der Nähe der Dörfer, die gejagt werden können. Als „Antilope des Waldes“ präsentieren stolze Männer das erlegte Tier, das sie mit einer Falle gefangen haben
Es gibt nicht viel Fleisch zu kaufen – dafür umso mehr Fisch, der mit Salz und Chili konserviert wird. Zu kleineren Flüssen ist es nicht weit. Und der große Kongo-Fluss ist nur 80 Kilometer entfernt. Und dort legen auch Schiffe mit Fischen aus dem Ozean an
Die Wurzelknollen des Maniok kommen ursprünglich aus Südamerika, werden aber auch im Kongo angepflanzt und zu einem Art Kloßteig, dem Fufu, verarbeitet. Bei der Zubereitung werden erst die Blätter abgetrennt
Kochen ist Frauensache – selten allein und meistens draußen. Ausnahmen sind zum Beispiel angestellte männliche Köche
In den Dörfern laufen Hühner frei herum und mit den ersten Sonnenstrahlen beginnen die Hähne zu krähen. Keine Überraschung also, dass meist Hühner im Kochtopf landen
Zubereitet wird unter freiem Himmel auf offenem Feuer mit Holz aus den Wäldern