
Ein paar Minuten einer Doku sieht man selten an, wie viel Zeit in sie gesteckt wurde. Für den Dreh in den Goldminen von Haut-Uele im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo war der Aufwand nahezu irrwitzig. Kameramann Christian Kalala und ich flogen Ende Juni 2026 in die Provinzhauptstadt Isiro und benötigten zwei Tage, bis wir nach unzähligen Behördenbesuchen und Straßenkontrollen, mit Autos und Motorrädern, im Goldgräberort Giro ankamen. Mit 11 Stempeln auf der Rückseite unserer Akkreditierung konnten wir schließlich drehen. Bei den Verhandlungen haben sich auch meine Lingala-Kenntnisse ausgezahlt.
Das Ganze hätte auch scheitern können. Ich unterstützte dabei als lokaler Producer den Dokumentarfilm „Gold.Macht.Gier“ von Autorin Anna Feist für ZDF frontal, die im Film den Gold-Investor Klaus Eckhof begleitet und mit Tradern, Ökonomen und allerlei Insidern spricht.
Manches lässt sich besser umsetzen, wenn man in einem Land lebt und arbeitet, vor allem in einem so komplexen Land wie dem Kongo. Genau da kam ich als lokaler Producer ins Spiel, der das Material aus den Goldminen zulieferte. Gedreht haben wir mit meinem vollständigen Equipment, inklusive Drohne.
Es war nicht das erste Mal, dass ich nicht nur als Journalist und Korrespondent, sondern auch als Producer für Redaktionen und Filmteams Aufnahmen aus dem Kongo zugeliefert habe. So lieferte ich auch Aufnahmen aus dem Kongo für die Dokumentation „The New Global Game“ von Kersten Schüßler, produziert von Filmfreunde für das ZDF. Ich arbeite zudem häufig für das ZDF-Studio in Nairobi, das ich mit Aufnahmen und Recherchen aus Kinshasa beliefere, wie für diesen Beitrag über die katholische Kirche in Afrika anlässlich der Pabst-Wahl im Jahr 2025.